Allgemein lässt sich ein Anstieg der Zahlen hinsichtlich der an der WHS beschulten Schülerinnen und Schüler mit Störungen aus dem Autismus-Spektrum verzeichnen. Einige Schülerinnen und Schüler sind nicht diagnostiziert, weisen aber viele Eigenarten und Symptome aus dem Spektrum auf.

Die Ausprägung reicht von der Diagnose „Frühkindlicher Autismus“ bis hin zur Mehrfachbehinderung „Autismus und Verhaltensauffälligkeiten“ sowie nichtsprechenden Schülerinnen und Schülern mit Autismus. Dieses breite Spektrum brachte es mit sich, eine Förderkonzeption für diese Schülerschaft zu entwickeln.

An der Wilhelm-Hartschen-Schule wird auf der Basis des TEACCH-Konzeptes als eines der erfolgreichsten Ansätze zur Förderung von Menschen mit Autismus ein individuell auf den Schüler/ die Schülerin zugeschnittenes Förderkonzept erstellt.

Diesem wird zunächst eine ausführliche förderdiagnostische Phase vorangeschaltet, in der auf der Grundlage von unterrichtsimmanenten Beobachtungen, Elterngesprächen, des schuleigenen förderdiagnostischen Manuals „PEP-R“ und unter Einbeziehung der eventuell schon vorhandenen Therapeuten Informationen zu der Person gesammelt werden. Der individuelle Förderplan bezieht sich dabei konsequent auf die Entwicklung von individuell abgestimmten Strategien der Strukturierung und visuellen Unterstützung in der Förderung.

Die Strukturierung einer Situation bezieht sich auf die folgenden Aspekte:

  • Raum (z.B. farblich gekennzeichnete, eigene Arbeitstische, Trennwände, eigene gekennzeichnete Pausenräume etc.)
  • Zeit/Abfolge von Ereignissen (in Form von Tagesplänen, Time-Timer)
  • Arbeitsorganisation/Arbeitssystem (z.B. Arbeitsabfolgen in Form von Plänen, Arbeitsplatz-Organisation von links nach rechts, Fertigkiste) 
  • Aufgaben und Tätigkeiten (z.B. vororganisierte, eindeutige Arbeitsangebote, Materialien und Instruktionen, klare Abfolgen mit deutlichem Ende)
  • sowie Arbeitsroutinen 

Zeit- und Tagespläne aller Variationen dienen der zeitlichen Orientierung; Abgrenzungen und Markierungen helfen bei der räumlichen Organisation. Routinen können helfen, Handlungsabläufe geordnet anzugeben; entsprechend vorbereitetes Material und eindeutige Instruktionen können Überforderung verhindern und selbständige Durchführung einer Tätigkeit ermöglichen. Durch den starken Einsatz visueller Hilfen wird ein weiterer Sinneskanal zur Informationsvermittlung genutzt, wobei der Vorteil visueller Informationen zudem darin besteht, dass sie präsent bleiben und wiederholt zugänglich sind.

Zum Ausbau der kommunikativen Fähigkeiten werden Alternativen aus dem Bereich der Unterstützten Kommunikation (PECS u.a.) hinzugezogen.

Der schuleigene TEACCH-Raum wird für diagnostische Zwecke oder Einzelstrukturierung und Trainingsphasen in Gruppen genutzt. In diesem klar strukturierten Raum mit räumlichen Trennungsmöglichkeiten können Einzelarbeitsplätze sowie ein Gruppenarbeitsplatz geschaffen werden. Das eigens für diesen Raum hergestellte TEACCH-Material umfasst neben basal-strukturierten Aufgaben auch kognitiv anspruchsvolleres Material zu den Kulturtechniken.

Schulbegleiterinnen und Schulbegleiter sowie Personen, die ihren Bundesfreiwilligendienst oder ein Jahrespraktikum absolvieren, werden zu Anfang des Schuljahres in die Thematik Autismus durch ein schuleigenes Seminar eingeführt.

In der zweimal im Schuljahr stattfindenden Pädagogischen Konferenz „Autismus“, zu der auch interessierte Eltern eingeladen sind, werden autismusspezifische Schwerpunkthemen ebenso behandelt wie kollegiale Fallberatungen bei auffälligen Schülerinnen und Schülern mit Autismus durchgeführt.

Die für das Schulamt Solingen beauftrage Autismusberaterin steht als Kollegin der Schule nach Absprache für Teams und Eltern zur Beratung zur Verfügung.

strukturierung arbeitsorganisation deckel schrauben
wahlbrett zur freizeitgestaltung mappenaufgabe mit buchstaben schreiben
SchülerInnen mit einer Autismus-Spektrum-Störung
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